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SO KOMMEN SAT-SIGNALE IN DIE SCHÜSSEL - DIE SATELLITENÜBERTRAGUNG.

Funken für Europa:
Astra und Eutelsat Obwohl eine Vielzahl von Satelliten am Himmel stehen, bestimmen nur zwei Anbieter das komplette Sendegeschehen in Deutschland und Mitteleuropa: Astra und Eutelsat. Eutelsat ist ein Satellitengemeinschaftsprojekt verschiedener Europäischer Staaten. Ihre Satelliten heißen Eutelsat II F-1 und Hot Bird. Neben deutschen Unterhaltungs- und Kulturprogrammen sowie den populären Musiksendern MTV, VIVA und VIVA 2 senden sie zahllose weitere Programme in 15 europäischen Sprachen. Das reichhaltige Angebot des Anbieters erfreut sich wachsender Beliebtheit. Unter den privaten Satelliten ist Astra der populärste am europäischen Himmel - 88 Prozent der deutschen Sat-TV-Zuschauer empfangen seine Signale. Die sechs Einzelsatelliten der luxemburgischen Societé Européenne des Satellites (SES) Astra 1 A-1F senden zur Zeit über 20 deutsche und über 70 internationale analoge und digitale Programme (Stand: 7/96).

Bei Eutelsat spielt die Musik:
Viva, Viva 2 und weitere europäische Musikkanäle werden exklusiv via Eutelsat ausgestrahlt.

Wie der Blitz durchs All - Die Signalübertragung:
Satelliten wurden entwickelt, um möglichst einfach und preisgünstig eine breite, flächendeckende Versorgung mit TV- und Rundfunkprogrammen zu gewährleisten. Aus dem Studio oder direkt vom Ort der Live-Übertragung aus werden die Sendungen zur Erdfunkstelle - einer riesigen Parabolantenne - geleitet. Die bündelt die Signale und schickt sie zu dem entsprechenden Satelliten ins All (die Übertragungsstrecke von der Bodenstation zum Satelliten heißt übrigens Uplink").

Auf Empfang:
So kommt das Fernsehprogramm über Satellit ins Haus.
Der Satellit verstärkt die ankommenden Signale und sendet sie als elektromagnetische Wellen flächendeckend auf die Erde zurück (Downlink"), wo sie auf die Parabolspiegelantennen der Empfänger treffen. Der Empfang und die Wiederausstrahlung der Satellitensignale geschieht mit Lichtgeschwindigkeit, also mit 300.000 km pro Sekunde. So können selbst Live-Übertragungen aus Übersee, die auf dem Weg zu Ihrer Antenne über zwei Satelliten gefunkt werden und dabei eine Strecke von rund 140.000 km zurücklegen, annähernd zeitgleich über Ihren Bildschirm flimmern. Zum Vergleich: Selbst ein Überschallflugzeug wie die Concorde würde für dieselbe Strecke mehr als einen Tag benötigen!

Footprints, die unsichtbarenFußabdrücke der Satelliten:
Auf der Erde versorgen Satelliten sogenannte "Ausleuchtzonen". Wie die englische Bezeichnung "Footprints" bildhaft beschreibt, sind sie sozusagen die Fußabdrücke der Satelliten. Footprint-Karten geben an, welche Antennenmindestdurchmesser in welchem Gebiet für optimalen Empfang benötigt werden - in Mitteleuropa sind für Astra 60 cm, für Eutelsat 70 cm Schüssel-Durchmesser die Regel. Bewohner des äußeren Randes einer Footprint-Zone - wie beispielsweise die Schotten - sollten eine größere Antenne in Erwägung ziehen.

Satelliten, Funktürme zwischen den Sternen:
Um einen ungestörten Empfang zu ermöglichen, müssen Rundfunksatelliten vom Boden aus gesehen immer die selbe Position am Himmel halten. Diese sogenannte geostationäre Lage erreichen die Satelliten dadurch, daß sie in 36.000 km Höhe über dem Äquator in Umlauf gebracht werden. Sie kreisen dann genauso schnell, wie die Erde sich um die eigene Achse dreht. Die meisten der Rundfunksatelliten - so auch Astra und Eutelsat - bilden sogenannte Satelliten-Ko-Positionen. Das heißt, sie bestehen im Grunde aus einer Gruppe von Satelliten, die auf einer Position im All hintereinander gestaffelt sind. Will ein Betreiber mehr Sendeplätze anbieten, so kann er die Koposition einfach um weitere Satelliten ergänzen.

Stellungsspiel:
Eutelsat II - F1 und Hot Bird in Ko-Positionierung auf 13 Grad Ost - der zentralen Position für Hörfunk- und Fernsehübertragung von Eutelsat.