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Was kaufe ich ein?
Im Set oder einzeln? Aus einer Hand oder von verschiedenen Herstellern? Die Möglichkeiten eine Satellitenanlage zusammenzustellen sind vielfältig. Grundsätzlich benötigen Sie nur die folgenden drei Komponenten: Antenne, Konverter (LNC) und Receiver. Hinzu kommt ein Antennenkabel mit entsprechenden Steckern. Es empfiehlt sich, ein Komplettsystem zu kaufen, bei dem alle Elemente kompatibel und optimal aufeinander abgestimmt sind. Folgende Punkte sind jedoch beim Sat-Antennenkauf generell zu beachten:

1. Antenne:
Die Schüssel muß mindestens den für den Standort gültigen Mindestdurchmesser haben. Deutschland, Österreich und der Schweiz sind 60 cm für Astra-Empfang und 90 cm für Eutelsat-Empfang im Normalfall ausreichend. Eine herkömmliche Multifeed-Antenne sollte einen Durchmesser von 90 cm haben, die Future IMT hingegen kommt mit 70 cm Durchmesser aus. Sollten Sie die Schüssel im Ausland aufstellen wollen, orientieren Sie sich bitte an den Footprint-Karten.

2. LNC:
Der Konverter ist der wichtigste Teil der Antenne. Es gibt unterschiedliche Typen für Einzel- oder Mehrteilnehmeranlagen. Achten Sie beim Kauf auf Rauschzahl, Gewinn, sowie Frequenz- und Temperaturstabilität. Folgende Werte dienen als Richtlinie für einen leistungsstarken Konverter:

Richtwerte für einen guten Konverter:
Rauschzahl: kleiner oder gleich 1,2 dB Gewinn (LCN): 50 dB Frequenz- und Temperaturstabilität: +/- 3,0 MHz (bei -30*C bis +60*C)

Hingucker:
Ein Blick auf die Rückseite des Receivers ist sehr aufschlußreich. Hier ein Galaxis-Receiver SAT 500 VFD. Deutlich zu sehen: die drei Scart-Buchsen (Mitte).

3. Receiver:
Um optimalen Empfang zu gewährleisten, muß der Receiver auf den LNC-Typ abgestimmt sein. Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale beruhen auf der Ausstattung. Generell unterscheidet man zwischen Geräten mit sogenanntem On Screen Display (OSD) - das heißt, die Bedienanzeigen werden ins Fernsehbild eingeblendet - und Anzeigen direkt am Gerät. Komfortabler ist natürlich OSD. Achten Sie beim Kauf darauf, daß der Receiver über mindestens zwei Scart-Buchsen verfügt: eine für den Anschluß an den Fernseher und eine weitere für den Videorecorder. Eine dritte Scart-Buchse ist für den Anschluß eines Decoders für codierte Programme erforderlich.

Wo kaufe ich ein?
Der Kauf einer Satellitenantenne sollte gut durchdacht sein. So kritisch wie bei der Wahl der Antenne, sollten Sie auch bei der Auswahl Ihrer Empfangsanlage vorgehen. Große Supermarktketten und Baumärkte locken den Laien zwar immer wieder mit vermeintlich preiswerten Angeboten. Die kurzfristige Einsparung beim Preis wird Ihnen jedoch langfristig wenig Fernsehfreude bereiten. Der Grund: Diese Antennen können nur deshalb so günstig angeboten werden, weil sie aus zweitklassigen Materialien produziert sind, die weder besonders wetterfest, noch für hiesige Temperaturen ausgelegt sind. Der Empfang läßt zu wünschen übrig. Lassen Sie sich deshalb lieber von Anfang an vom Fachmann beraten, um späteren Ärger zu vermeiden. Im TV-Fachhandel und in gut sortierten Warenhäusern steht Ihnen qualifiziertes Personal mit Rat und Tat zur Seite. Sicherheit vor unangenehmen Überraschungen bieten auch die Hersteller. So gewährleisten alle führenden Anbieter großzügigen Garantieschutz.

Wie und wo baue ich auf ?
Guter Empfang ist auch eine Frage des Standorts Alle Rundfunksatelliten kreisen über dem Äquator, befinden sich also von Deutschland aus gesehen südlich. Bei der Wahl des Antennenstandortes ist darauf zu achten, daß die gedachte Linie zwischen Antenne und Satellit möglichst nicht durch Gebäude oder Bäume unterbrochen wird. Befindet sich in Richtung Süden ein Hindernis, muß ein Mindestabstand zwischen dem Hindernis und der Antenne eingehalten werden. Als Faustregel für den Abstand gilt: Doppelt so weit, wie das Hindernis hoch ist.

Faustregel:
Mindest-Abstand der Antenne vom Hindernis = 2x Höhe des Hindernis

Die Montage
Für den handwerklich einigermaßen begabten Laien dürfte die Montage von Parabolantennen mit 60-90 cm Durchmesser kein Problem sein. Aber Achtung: Bitte überlassen Sie die Dachmontage aufgrund der möglichen Gefahrenquellen für Sie und andere - zum Beispiel Blitzeinschlag - dem Fachmann.

Folgende Punkte sollten bei der Montage immer beachtet werden:
Bei Montage auf dem Dach oder im Garten schreiben VDE- DIN- Richtlinien eine Erdung vor.
Eine Sat-Antenne, die am Mast einer gewöhnlichen Haus- antenne angebracht werden soll, darf höchstens einen Durchmesser von einem Meter haben. Sie muß am Fuß des Mastes befestigt werden, um dem Wind möglichst wenig Widerstand zu bieten.
Der Mast, an dem die Schüssel befestigt wird, sollte einen Mindestdurchmesser von 40 mm haben; bei gemeinsamer Montage mit einer terrestrischen Antenne 57 mm. Ein Sechstel der gesamten Masthöhe muß in der Bausub- stanz oder im Boden verankert sein.
Der Antennenmast muß völlig senkrecht stehen, sonst wird die Ausrichtung schwierig.

Das Ausrichten der Antenne:
Jede Satellitenschüssel muß nach dem Satelliten, dessen Signale sie empfangen soll, ausgerichtet werden. Richten Sie Ihre Antenne jedoch erst dann aus, wenn sie vollständig montiert ist. Zwei Drehrichtungen der Antenne sind bei der Ausrichtung wichtig. Der sogenannte Höhenwinkel (Elevation) ist der Grad, um den die Antenne in den Himmel "gekippt" werden muß, um den Satelliten optimal anzupeilen. Er richtet sich nach Ihrem Wohnort. Der Längenwinkel (Azimut) bezeichnet - beim Blick nach Süden - die Drehung nach West oder Ost. Er richtet sich nach der Lage des Satelliten, den Sie anpeilen (z. B. Eutelsat: 13* Ost). Positive Werte bedeuten eine Drehung Richtung Westen, negative Richtung Osten. Bei einer Galaxis-Antenne finden Sie übrigens eine praktische Skala, an der Sie die Elevation für Ihre Region ganz einfach einstellen können. Diese Skala berücksichtigt auch technische Eigenheiten des Antennentyps, so daß Sie sich nur an der regionalen Gradzahl orientieren müssen, die Sie der Bedienungsanleitung entnehmen können. Eine Tabelle hilft Ihnen bei der Bestimmung